Mit freundlicher Genehmigung der Waiblinger Kreiszeitung
 
Ein Fall für die Hundeflüsterin
Die Tierpsychologin Maschjaneh Avduli aus Waiblingen arbeitet mit Problemhunden

 

Von unserer Mitarbeiterin
Anja Hartwig
Oktober 2008
 
Waiblingen.

Für die Hundetrainerin Maschjaneh Avduli ist bei der Arbeit mit Tieren das Loben besonders wichtig: "Beim Training darf kein Druck entstehen, Normalerweise gibt es für Fehlverhalten mehr Aufmerksamkeit als für Gehorsam. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass es sich um ein Lebewesen mit Charackter handelt."
 
Seit etwa einem Jahr arbeitet Maschjaneh Avduli in Waiblingen als Tierpsychologin. Bevor sie sich selbstständig machte, hat sie ehremamtlich bei Tierschutzvereinen ausgeholfen. "Die Arbeit mit den Hunden dort, die teilweise aus Tötungsstationen kamen, war für mich das beste Studium," berichtet die Tierfreundin.
 
Die Chemie muss stimmen zwischen Hund und Mensch
Avduli erklärt, dass sich ihre Art zu arbeiten von dem normalen Hundeplatztraining unterscheide. Dort gehe es nur um Befehle wie Sitz, Platz, Fuß. "Ich selsbt betreue alles, natürlich auch Grundgehorsam. Aber das Training wird individuell nach den Bedrüfnissen und Problemen von Hund und Besitzer ausgerichtet."
Deshalb macht sie am Anfang auch n ur Einzel- und kein Gruppentraining. Ausßerdem sei die erste Stunde nur zum Kennenlernen da "Für ein erfolgreiches Training muss schließlich auch die Chemie zwischen dem Hund, seinem Besitzer und mir stimmen", sagt sie.
Mit dem Dobermann Debbi und seiner Besitzerin Elke O. arbeitet Maschjaneh Avduli seit März. Ihr eigener Dobermann hilft ihr als Therapiehund. "Debbi wurde von ihren früheren Besitzern ein Jahr lang in einer Besenkammer eingesperrt und bekam wegen des lauten Bellens auch noch einen Maulkorb verpasst", erklärt ihr Frauchen. Sie haben sich damals entschieden, den verstörten Hund zu sich zu nehmen weil sie wusste: " Dieser Hund hätte bei anderen Leuten keine Chance mehr bekommen."
Bei Debbi ist es vor allem wichtig, sie an ihre Umgebung und den Umgang mit anderen Hunden zu gewöhnen. "Sie kannte kein Gras, keine Autos, keine Jogger - eben nur ihre Besenkammer", berichtet Elke O.
Trainerin Maschjaneh Avduli pflichtet ihr bei "Durch ihre Angst hat Debbie durchaus eine Gefahr dargestellt." Bei Elke O. zur Hause in ihrer gewohnten Umgebung sei der Hund hingegen ein "Schmusebär".
Besonders die Arbeit mit Maschjaneh Avdulis eigenen Dobermann hat Debbi geholfen. "Er ist der erste Hund, mit dem sie spielen kann", sagt die Besitzerin stolz. "Jeder Hund hat eine Individualdistanz von etwa 45 Zentimetern", erklärt die Tierpsychologin. "Bei Debbi lag diese Distanz bei fünf bis zehn Metern". Durch die Arbeit mit ihrem eigenen Dobermann sei es ihnen gelungen, diese Distanz langsam zu verkleinern. Manchmal falle Debbi aber noch in ihr altes Muster zurück. "Bei zu viel Druck macht sie schnell dicht", begründet die Hundetrainerin. Deshalb sei es wichtig, dass man sich Zeit lässt: "Der Hund bestimmt das Tempo des Trainings." Fälle wie den von Debbi nimmt Maschjaneh Avduli auch oft mit ins Bett, so erzählt sie. Oft weiß ich, dass ich die letzte Hoffnung für Hund und Besitzer bin. Das tut mir ja auch weh."
Das Ziel von Elke O. ist es, dass Dobermann Debbi bald bei ihren Ausritten begleiten kann. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber die Besitzerin ist zuversichtlich: "Das ist alles kein Problem, man darf bloß nicht erwarten, dass es morgen schon perfekt klappt."





Bild: Steinemann

Aufgepasst! Der Dobermann Debbi hört Maschjaneh Avduli genau zu.
 
Ergänzend zum Artikel der Waiblinger Kreiszeitung:
Den Titel die "Hundeflüsterin" habe ich nicht ausgesucht. Ich bin der Meinung, dass es keine Hundeflüsterer gibt, es gibt lediglich Menschen die mit Herz, Gefühl und Verstand mit Hunden arbeiten.
Ihre Frau Avduli